15/10/26

LinkedIn SEO: So finden dich die richtigen Menschen

Mal eine Frage: Wenn jemand auf LinkedIn genau nach deiner Dienstleistung sucht, würde er dich überhaupt finden?

Angenommen, du unterstützt mittelständische Unternehmen beim Aufbau ihres Vertriebs. In deinem LinkedIn-Profil steht allerdings nur etwas von "Growth", "Transformation" und "Business Excellence".

Klingt ziemlich wichtig. Nur weiß danach immer noch niemand, was du eigentlich anbietest.

Und jetzt sucht ein Geschäftsführer auf LinkedIn nach "B2B-Vertriebsberatung Maschinenbau". Eigentlich genau der richtige Mensch für dich. Blöd nur, wenn sich diese Begriffe auf deinem Profil nirgendwo finden lassen.

Das ist einer der Gründe, weshalb ich LinkedIn SEO für so wichtig halte. Du kannst fachlich noch so gut sein: Wenn deine potenziellen Kunden dich bei passenden Suchanfragen nicht finden oder dein Angebot nicht einordnen können, verschenkst du Möglichkeiten.

Also schauen wir uns an, welche Keywords auf LinkedIn relevant sind, wie du sie findest und wo du sie sinnvoll einsetzt.

Porträt von Estella Leonie Spillmann, Mitgründerin von ESTELLARIS
Estella Leonie Spillmann
💫 LinkedIn. Aber datenbasiert, sternenklar und mit richtig Leuchtkraft. | Du willst auf LinkedIn endlich deine Zielgruppe erreichen? Let’s go!

Was bedeutet LinkedIn SEO überhaupt?

SEO steht für Search Engine Optimization, also Suchmaschinenoptimierung. Und ja, die gibt es auch auf LinkedIn.

Schließlich suchen Menschen dort nach Dienstleistern, Fachleuten, Unternehmen und bestimmten Themen. Die Plattform berücksichtigt dabei verschiedene Informationen, um passende Ergebnisse anzuzeigen.

Für deinen LinkedIn-Auftritt sind vor allem zwei Bereiche interessant.

Internes LinkedIn SEO: Auf LinkedIn gefunden werden

Dein Profil-Slogan, dein Infobereich, deine beruflichen Stationen und weitere Profilinformationen helfen LinkedIn dabei, deine fachliche Tätigkeit einzuordnen. Auch deine Beiträge können über die LinkedIn-Suche gefunden werden.

Allerdings gibt es eine Sache, die du wissen solltest: Die LinkedIn-Suche und die Ausspielung deiner Beiträge im Feed funktionieren unterschiedlich.

Im Feed spielen neben deinen Inhalten beispielsweise dein Netzwerk, Interessen und Interaktionen anderer Mitglieder eine Rolle.

Du kannst also nicht einfach fünfmal "Vertriebsberatung" in einen Beitrag schreiben und erwarten, dass er anschließend ausschließlich Geschäftsführern angezeigt wird.

Wäre schön einfach. Funktioniert nur leider nicht so. ;)

Externes LinkedIn SEO: Über Google gefunden werden

Öffentliche LinkedIn-Profile und bestimmte öffentlich zugängliche Inhalte können auch bei Google in den Suchergebnissen erscheinen.

Wenn jemand beispielsweise nach einer Expertin für Führungskräfteentwicklung sucht, kann darunter auch ein passendes LinkedIn-Profil auftauchen.

Ob und an welcher Position du tatsächlich erscheinst, hängt natürlich von weiteren Faktoren ab. Mit einer verständlichen Beschreibung deiner Expertise und relevanten Begriffen schaffst du allerdings eine wichtige Grundlage dafür.

Das 3-Ebenen-Prinzip für deine LinkedIn-Keywords

Wenn wir bei ESTELLARIS die Keywords für einen LinkedIn-Auftritt erarbeiten, schauen wir uns drei verschiedene Ebenen an.

Denn eine Berufsbezeichnung allein sagt häufig ziemlich wenig darüber aus, welche Probleme du löst und mit welchen Menschen du zusammenarbeitest.

1. Themen-Keywords: Welche Probleme beschäftigen deine Kunden?

Ein Vertriebsleiter hat vielleicht zu viele unqualifizierte Leads. Eine Geschäftsführerin möchte ihre Neukundengewinnung verbessern. In einem anderen Unternehmen fressen ineffiziente Vertriebsprozesse unnötig viele Ressourcen.

Das sind Herausforderungen, die in der Realität deiner potenziellen Kunden vorkommen.

Und daraus ergeben sich mögliche Themen-Keywords wie "Leadqualifizierung", "B2B-Neukundengewinnung" oder "Vertriebsprozesse".

Frag dich also: Welche Probleme lösen wir für unsere Kunden? Und welche Begriffe verwenden die Menschen, wenn sie darüber sprechen?

2. Branchen-Keywords: In welcher Welt sind deine Kunden unterwegs?

Maschinenbau, Softwarebranche, Handwerk, Hotellerie: Wenn du dich auf bestimmte Branchen spezialisiert hast, sollte man das auf deinem LinkedIn-Auftritt auch erkennen können.

"Ich unterstütze Unternehmen beim Wachstum" kann schließlich alles Mögliche heißen.

"Ich unterstütze mittelständische Maschinenbauunternehmen beim Aufbau ihres B2B-Vertriebs" gibt dagegen schon eine ziemlich genaue Richtung vor.

Natürlich solltest du nur Branchen nennen, die tatsächlich zu deiner Positionierung gehören. Eine möglichst lange Branchenliste macht dich schließlich auch nicht relevanter.

3. Angebots-Keywords: Was können Kunden bei dir kaufen?

Jetzt geht es um deine konkreten Leistungen.

B2B-Vertriebsberatung, Interim Management, Führungskräfteentwicklung oder LinkedIn Profil Management sind beispielsweise Begriffe, nach denen Menschen gezielt suchen können.

Gerade wenn jemand schon weiß, welche Unterstützung benötigt wird, sollte die entsprechende Leistung auch auf deinem Profil auftauchen.

Stell dir vor, du suchst einen Dienstleister und landest auf einem Profil, das zwar ziemlich beeindruckend klingt, dir aber überhaupt nicht verrät, was du dort eigentlich kaufen kannst. Würdest du lange weitersuchen? Vermutlich eher nicht.

So sieht das mit allen drei Ebenen aus

Bleiben wir bei unserem Vertriebsberater aus dem Maschinenbau. Seine Keyword-Sammlung könnte folgendermaßen aussehen:

  • Themen: B2B-Neukundengewinnung, Leadqualifizierung, Vertriebsprozesse
  • Branchen: Maschinenbau, Industrie, produzierender Mittelstand
  • Leistungen: B2B-Vertriebsberatung, Vertriebsstrategie, Vertriebsoptimierung

Damit lässt sich ein Profil schon wesentlich präziser formulieren und ein passender Themenplan für den Content aufbauen.

Und nein, du musst jetzt nicht alle neun Keywords in deinen nächsten Beitrag quetschen. Bitte nicht. :D

Sie sollen sinnvoll zu deinen Inhalten passen und wiederkehrend zeigen, wofür du fachlich stehst.

So findest du heraus, welche Keywords deine Zielgruppe verwendet

Hier habe ich einen ziemlich einfachen Tipp für dich: Hör deinen Kunden zu.

Wirklich.

Welche Begriffe verwenden sie in Erstgesprächen? Welche Fragen stellen sie? Wie beschreiben sie ihre Probleme, bevor sie überhaupt wissen, wie deine Leistung heißt?

Vielleicht sprichst du intern von "Sales Enablement". Dein Kunde sagt dagegen: "Unser Vertrieb verbringt viel zu viel Zeit mit Aufgaben, die nichts mit Verkaufen zu tun haben."

Beide Perspektiven können relevant sein. Wenn du allerdings ausschließlich deine eigene Fachsprache verwendest, übersiehst du möglicherweise wichtige Begriffe aus der tatsächlichen Gedankenwelt deiner Kunden.

Zusätzlich kannst du passende Stellenanzeigen und Branchenpublikationen untersuchen. Dort findest du häufig sehr konkrete Formulierungen für Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Herausforderungen.

Auch die LinkedIn-Suche hilft dir dabei. Gib deine möglichen Keywords ein und schau dir an, welche Personen, Unternehmen und Beiträge erscheinen.

Passen die Ergebnisse zu deiner Zielgruppe? Werden die Begriffe in einem ähnlichen Zusammenhang verwendet wie bei deinem Angebot?

Aus diesen Beobachtungen erstellst du deine erste Keyword-Sammlung und ordnest sie den drei Ebenen zu.

Wo solltest du deine Keywords auf LinkedIn verwenden?

Fangen wir mit deinem persönlichen Profil an.

Besonders wichtig sind der Profil-Slogan, dein Infobereich und die Beschreibungen deiner beruflichen Stationen beziehungsweise Leistungen.

Ein Profil-Slogan sollte möglichst schnell deutlich machen, was du anbietest und für wen.

Im Infobereich kannst du das ausführlicher erklären. Hier haben die Herausforderungen deiner Kunden, deine Arbeitsweise und deine konkreten Leistungen Platz.

Anschließend geht's an deinen Content.

Wenn du regelmäßig über die Probleme deiner Zielgruppe, ihr Branchenumfeld und passende Lösungswege schreibst, wird deine fachliche Ausrichtung auch über deine Beiträge sichtbar.

Dabei müssen nicht in jedem Post sämtliche Keyword-Ebenen auftauchen. Viel wichtiger ist, dass Menschen über mehrere Beiträge hinweg verstehen, womit du dich beschäftigst.

Und an dieser Stelle möchte ich noch einen Punkt ergänzen, der gern vergessen wird: den Wissensstand deiner Zielgruppe.

Ein Berufsanfänger benötigt eine andere Erklärung zum Thema Leadgenerierung als eine Vertriebsleiterin mit zehn Jahren Erfahrung.

Wenn du erfahrene Entscheider erreichen möchtest, sollten deine Inhalte auch auf deren Probleme, Fragen und Vorkenntnisse eingehen.

Pssst: Übertreib es mit der Fachsprache aber bitte nicht. Niemand möchte sich erst durch fünf Buzzwords kämpfen, um einen einzigen Gedanken zu verstehen. ;)

Woran erkennst du, ob dein LinkedIn SEO funktioniert?

Jetzt hast du deine Keywords gefunden, dein Profil überarbeitet und deine Themen entsprechend ausgerichtet.

Aber wie überprüfst du, ob das tatsächlich etwas bringt?

Ein erster Anhaltspunkt sind die sogenannten Suchauftritte (Search Appearances) in deinen LinkedIn-Profilanalysen.

Dort kannst du sehen, wie häufig dein Profil in der Suche erschienen ist. LinkedIn stellt dazu je nach Ansicht weitere Informationen bereit, beispielsweise zu Unternehmen oder Berufsbezeichnungen der Suchenden.

Wichtig: Ein Suchauftritt bedeutet noch lange nicht, dass jemand dein Profil besucht oder dir eine Anfrage geschickt hat.

Deshalb würde ich zusätzlich die Entwicklung deiner Profilaufrufe und der tatsächlich entstehenden Kontakte betrachten.

Und dann wäre da noch deine Content-Reichweite.

Bei ESTELLARIS orientieren wir uns in unseren Analysen an rund 70 % Zielgruppenreichweite über ein Quartal. Das ist unser strategischer Erfahrungswert und keine offizielle LinkedIn-Vorgabe.

Warum wir diesen Wert betrachten und wie wir die Zielgruppenreichweite auswerten, erkläre ich dir ausführlicher in unserem Artikel Dein LinkedIn Content bekommt Reichweite, aber keine Anfragen.

Für dein LinkedIn SEO solltest du dir zunächst zwei Fragen stellen: Wirst du bei relevanten Suchanfragen gefunden? Und kommen dadurch tatsächlich Menschen auf dich aufmerksam, die zu deiner Zielgruppe gehören?

Der schnelle LinkedIn-SEO-Check für deinen Account

So, jetzt bist du dran.

Öffne dein LinkedIn-Profil und schau dir anschließend deine letzten fünf bis zehn Beiträge an.

Prüfe dabei diese vier Fragen:

  1. Versteht ein fremder Mensch innerhalb weniger Sekunden, welche Leistung du anbietest und für wen?
  2. Verwendest du relevante Begriffe aus allen drei Ebenen: Themen, Branchen und Leistungen?
  3. Sprichst du die Sprache deiner Kunden oder hauptsächlich die deiner eigenen Dienstleister-Bubble?
  4. Was verraten deine Suchauftritte, Profilaufrufe und verfügbaren Zielgruppendaten darüber, wer auf dich aufmerksam wird?

Wenn du bereits bei den ersten Fragen ins Grübeln kommst, würde ich genau dort anfangen.

Überarbeite zuerst deinen Profil-Slogan und deinen Infobereich. Anschließend schaust du dir deine Content-Themen an und überprüfst über einen längeren Zeitraum, wie sich deine Auffindbarkeit entwickelt.

Deine sternenklaren Takes aus diesem Beitrag

⭐ Nutze Keywords, die deine tatsächliche Expertise beschreiben und von deiner Zielgruppe verwendet werden.

⭐ Arbeite mit drei Keyword-Ebenen: Themen, Branchen und Leistungen. Zusammen geben sie deinem LinkedIn-Auftritt eine klare fachliche Ausrichtung.

⭐ Verwende die Keywords sinnvoll in deinem Profil und deinem Content. Mehr Begriffe führen nicht automatisch zu besseren Suchergebnissen.

⭐ Überprüfe deine Auffindbarkeit anhand deiner Suchauftritte und betrachte zusätzlich, welche Menschen du tatsächlich erreichst.

Du kannst fachlich hervorragend sein und trotzdem auf LinkedIn übersehen werden, wenn die Menschen, die deine Expertise brauchen, dich bei ihrer Suche gar nicht finden.

Deshalb lohnt es sich, den eigenen LinkedIn-Auftritt einmal aus der Perspektive potenzieller Kunden zu betrachten.

Und falls du dabei merkst, dass dein Profil und dein Content noch nicht ganz zusammenpassen: Genau daran können wir gemeinsam arbeiten.

Bei ESTELLARIS unterstützen wir dich im LinkedIn Coaching, mit unserem LinkedIn Profil Management oder beim LinkedIn-Aufbau für Unternehmensteams.

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Estella von ESTELLARIS steht zwischen hölzernen Treppengeländern und blickt in die Kamera